Ulrike Schweikert – Die Charité (Hörbuch)

Charité Ulrike Schweikert Hoerbuch

Meine Liebe zu historischen Romanen habe ich mit der englischen Geschichte entdeckt. Genauer gesagt mit den dicken Wälzern von Rebecca Gablé, in die man so wunderbar versinken kann. Viele ihrer Romane sind großartig vertont worden, unter anderem als ungekürzte Hörspiele. Weg von der englischen Geschichte habe ich mich lange nicht so recht gewagt. Dabei gibt es viele andere historische Romane, die als wirklich gute Hörbücher vertont worden sind, die sich zum Beispiel auch um die deutsche Geschichte drehen. Zwei davon sind die Charité-Hörbücher von Ulrike Schweikert. Ich würde sie eher als Mischung aus Liebe und historischem Roman einordnen, aber wenn man sich darauf einstellt, wird man hier mit einer wirklich guten Geschichte belohnt.

Zur Geschichte: Worum geht es in Ulrike Schweikerts Die Charité?

Das Hörbuch steigt mit den ersten Fällen der Cholera ein, die im Berlin der 1830er auftauchen und wirft den Hörer in eine Welt aus persönlichen Schicksalen. Diese persönlichen Schicksale sind aber gut der Geschichte verwoben, in deren Mittelpunkt das größte Krankenhaus des damaligen Berlins steht: Die Charité. Renommiert und berüchtigt, gelobt und kritisiert. Und vor allem gefordert, denn mit der Cholera hat man sofort mehr als alle Hände voll zu tun. Während der Chirurg Professor Dieffenbach und seine Kollegen verzweifelt versuchen herauszufinden, wie genau die Krankheit übertragen wird, stirbt ein Patient nach dem anderen unter ihren Händen. Doch neben den Krankheiten und neuen Erkenntnissen ihrer Zeit stehen vor allem die Leben von drei Frauen im Vordergrund. Die Umstände von Gräfin Ludovica, die Hebamme Martha und die Wärterin Elisabeth könnten grundverschiedener nicht sein. Doch eines eint alle drei. Die Neugierde, das Streben nach Wissen und der Wille Menschen zu helfen. Und außerdem hat jede der drei ihr ganz persönliches Liebesgeschick…

Zu der Sprecherin: Wer liest Ulrike Schweikerts Die Charité?

Gelesen wird der Roman von Beate Rysopp im ersten Teil, der sich Die Charité – Hoffnung und Schicksal nennt. Svenja Pages liest den zweiten Teil Die Charité – Aufbruch und Entscheidung. Obwohl ich definitiv voreingenommen bin, weil ich persönlich einfach lieber männlichen Stimmen zuhöre als weiblichen, war ich von Beate Rysopp besonders begeistert. An manchen Stellen hat man das Gefühl, dass es ein wenig „hakt“ und zu emotionslos gelesen wird, doch sonst kann man ihr wunderbar Stunden über Stunden zuhören.

Wie viele Teile gibt es von Die Charité und wo kann man sie hören?

  1. Die Charité – Hoffnung und Schicksal
  2. Die Charité – Aufbruch und Entscheidung

Die beiden Teile sind neben dem herkömmlichen Verkauf mittlerweile auch auf Streamingplattformen wie Spotify, Apple Music oder Google Play Music verfügbar.

Insgesamt: Für wen lohnt sich das Hören?

Bei diesen Hörbüchern ist richtig, wer sich bei einer Mischung aus Liebe, Geschichte und Wissenschaft gut aufgehoben fühlt. Wobei schon die Geschichte und weniger die genauen Fakten im Vordergrund stehen. Ulrike Schweikert schafft es, den Hörer einzufangen, mitzunehmen und ganz in die Welt eintauchen zu lassen. Wie hätte man selbst gehandelt? Wie weit ist so ein Schicksal heute entfernt? Wie wäre es wohl, wenn man selbst unter diesen Umständen gelebt hätte? Trotzdem, manche Teile sind dann ein reiner Liebesroman. Und darauf sollte man sich möglichst einstellen, bevor man mit dem Hören beginnt – sonst ist am Ende die Enttäuschung groß.

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In den Charité-Hörbüchern von Ulrike Schweikert stehen vor allem Frauenfiguren im Vordergrund, die alle ein ganz eigenes Schicksal haben.

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