Thilo Reffert „Ein blühendes Land“ (Radiotatort – Gratis Hörspiel)

Radiotatort Oktober Ein blühendes Land

Wenn auch spät, so habe ich es doch noch geschafft, mir den Radiotatort der ARD „Ein blühendes Land“ aus dem Oktober anzuhören. Der 54-minütige Krimi wurde dieses Mal vom MDR produziert. Falls ihr ihn noch nicht gehört habt und euch die Krimilust packt, könnt ihr das hier kostenlos tun.

Zur Geschichte: Ein blühendes Land (ARD Radiotatort)

Kurz vor dem Tag der deutschen Einheit entdeckt die Madegeburger Polizei die Leiche eines Asylbewerbers. Doch die Suche nach dem Täter ist in diesem Fall gar nicht das eigentliche Problem: statt eines Täters gestehen gleich zwei die Tat, beide mit einer plausiblen Beschreibung des Tathergangs. Nun ist es an der Kommissarin Annika de Beer herauszufinden, welcher der beiden Geständigen die Wahrheit sagt und weshalb einer von beiden einen Grund hätte, den jeweils anderen schützen zu wollen.

Zu den Sprechern

Die Sprecher machen ihre Sache alle gut. Insbesondere Nele Rosetz, die ruhig aber bestimmt die Rolle der Kommissarin Annika de Beer spricht. Einzig Meriam Abbas, die die Freundin von einem der beiden Verdächtigen spricht, trägt meiner Meinung nach etwas zu dick auf. Eine Syrerin, die bereits seit 13 Jahren in Deutschland wohnt und hier studiert muss keinen so übertriebenen Akzent und auffällige Sprachfehler haben, um authentisch zu erscheinen.

Insgesamt

Zwar wird hier ein spannender Fall in guter Sprecherbesetzung erzählt, aber es gab mehrere Dinge in „Ein blühendes Land“, die mich irritiert haben. Zum einen gibt es keinen Erzähler. Der Hörer wird also in die Situationen hineingeworfen, ohne Überleitungen oder Einleitungen und die Situationen sind teilweise nicht einmal akustisch klar getrennt. Das macht es etwas schwierig, sich zurecht zu finden und die Gespräche einzuordnen. Zum anderen fängt der Krimi etwas untypisch an, statt mit dem Mord oder dem Eintreffen der Polizei am Tatort zu beginnen, steigt man hier erst ein, als einer der Tatverdächtigen schon in Untersuchungshaft sitzt. Eine ganze Weile weiß man gar nicht, wie die Tat vonstattengegangen ist, und erst nach und nach findet man das heraus.

Die Themen „25 Jahre Deutsche Einheit“ und Flüchtlingskrise werden beide zusammen in dem Krimi verarbeitet, der trotz der zuvor genannten „Makel“ eine knappe Stunde guter Unterhaltung bietet.

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